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Tarifrunde

Mehr Geld und Sicherheit

Der Durchbruch ist geschafft. Die Beschäftigten bekommen mehr Geld und die Tarifverträge gelten weiter. Allerdings nur in den Betrieben die in der Tarifgemeinschaft Mitglied sind. Dies sind im Kreis Ludwigsburg Dank der Aktion- en der IG Metall inzwischen aber die Mehrheit der Betriebe. Damit endet für viele Beschäftigte eine Zeit der Unsicherheit. „Die Hängepartie ist für die meisten Beschäftigten und ihre Familien vorbei. Das ist ein Erfolg, den wir gemeinsam geschaffen haben“, so Markus Büchting Handwerkssekretär der IG Metall Ludwigsburg. Darauf können die Beschäftigten nach Meinung der IG Metall stolz sein. 

 
Das Ergebnis im Einzelnen
Die Beschäftigten der Branche im Südwesten bekommen rückwirkend ab 1. April 2008 2,5 Prozent mehr Geld. Das Ergebnis sieht außerdem weitere zwei Prozent mehr Geld vor ab 1. Dezember 2008.  Eine dritte Entgelterhöhung folgt ab dem 1. Dezember 2009, um noch mal zwei Prozent. Außerdem erhält jeder Beschäftigte einen Einmalbetrag in Höhe von 50 Euro (Auszubildende 15 Euro). Der Tarifvertrag läuft bis April 2010.
Die Tarifverträge sind damit fast unverändert wieder in Kraft. So bleiben die Schichtzuschläge erhalten und auch die Wochenarbeitszeit bleibt unverändert. Die Verteilung der Arbeitszeit bleibt bei fünf Wochentagen, wobei der Samstag mit einbezogen werden kann. Die Arbeitgeber wollten die Schichtzuschläge streichen, die Arbeitszeit ausweiten und den Samstag als zuschlagsfreien Regelarbeitstag bestimmen.
Sabine Zach, die Verhandlungsführerin der IG Metall wertet das Ergebnis als Erfolg: „Wir haben in dem gefundenen Kompromiss rausgeholt was möglich war. Die dreistufige Entgelterhöhung bringt den Beschäftigten bis April 2010 insgesamt 6,5 Prozent mehr Geld. Das kann sich sehen lassen.“
Die Aktionen der IG Metall hätten insgesamt Wirkung gezeigt, so Zach weiter. In den vergangenen Wochen waren deutlich mehr als 7.000 Beschäftigte für ihre Forderung nach 5 Prozent mehr Geld und die Fortgeltung der Tarifverträge auf die Straße gegangen. „Durch den Druck der Beschäftigten ist es uns gelungen, den dreisten Angriff der Arbeitgeber auf unsere Tarifverträge weitestgehend abzuwehren.“
Das Weihnachtsgeld kann ab dem 1. Januar 2009 mit Zustimmung des Betriebsrats ertragsabhängig bezahlt werden. Bei Unstimmigkeiten können die Tarifparteien hinzugezogen werden. Außerdem wird die Quote der Beschäftigten mit einer Arbeitszeit von 40 Stunden im Tarifvertrag künftig auf 18 Prozent festgelegt. Mit dem Betriebsrat können weitere fünf Prozent vereinbart werden.
Dem Tarifergebnis waren über fünfzehn Stunden Verhandlungen voraus gegangen. In den frühen Morgenstunden einigten sich die Tarifparteien des baden-württembergischen Kfz-Handwerks in der dritten Verhandlung auf das Ergebnis. Die Gremien der Tarifparteien müssen dem Ergebnis noch zustimmen. Die Erklärungsfrist endet am 7. Mai 2008 um 12 Uhr.
 
Wehrmutstropfen
Der Abschluss gilt nicht für die Betriebe, die nicht der Tarifgemeinschaft beigetreten sind. Es wird in den kommenden Monaten darum gehen, für die sozialen Mindeststandards der Tarifverträge Verbindlichkeit zu schaffen. Dies geht nur, wenn mehr Kfz-Betriebe in den Verband eintreten. Die Namen derjenigen, die das nicht tun, werden wir in der Öffentlichkeit nennen.


Die  Tarifkommission  des  Kfz-Handwerks in Baden-Württemberg hat  Ende Januar die Forderungen für die laufende Tarifrunde  beschlossen.

Die Beschäftigten im baden-württembergischen Kfz-Handwerk sollen 2008 fünf Prozent mehr Geld bekommen. Das hat die Tarifkommission auf ihrer Sitzung Ende Januar einstimmig beschlossen.
 

Zudem sollen die Arbeitgeber die derzeit geltenden Tarifverträge der Branche anerkennen und unverändert weiterführen. „Die Forderung ist mehr als berechtigt, angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“, so Bezirksleiter der IG Metall Jörg Hofmann. „Die Beschäftigten der Branche haben es verdient, nicht von der allgemeinen  Einkommensentwicklung abgekoppelt zu werden.“

Die IG Metall fordert:

  • 5 Prozent mehr Entgelt für die nächsten 12 Monate,
  • Weitergeltung aller gekündigter Tarifverträge in der Fassung des jahres 2004,
  • zusätzliche freie tage für ältere Beschäftigte um den demographischen Wandel zu gestelten.