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Die zweite Internationale

Im Jahr 1876 hatte die Internationale Arbeiterassoziation, die Erste Internationale, ihren Abschluss gefunden. Genau 100 Jahre nach der Französischen Revolution, im Jahr 1889, tagte dann der Gründungskongress der Zweiten Internationale. Die rund 400 Delegierten dieses Kongresses in Paris verabschiedeten am 20. Juli 1889 verschiedene Resolutionen mit den folgenden gemeinsamen Forderungen: Als Voraussetzung für die Übernahme der politischen Macht sollte die Lage der Werktätigen verbessert und die Besitz-ergreifung der Produktionsmittel durchgesetzt werden. Dafür waren folgende Schritte und Maßnahmen vorgesehen:

1) Einführung des Acht-Stunden-Tages, Verbot der Kinderarbeit, Verbot der Nachtarbeit von Frauen und Minderjährigen, Verkürzung des Arbeitstages für Minderjährige.

2) Der 1. Mai 1890 wurde zum Kampftag zur Durchsetzung des Acht-Stunden-Tages und der anderen Forderungen des Sozialistenkongresses erklärt.

3) Die stehenden Heere sollten abgeschafft und durch Einführung einer allgemeinen Volksbewaffnung ersetzt werden.

4) Der nächste internationale Kongress der Sozialisten sollte vorbereitet werden. Die Wahl des 1. Mai 1890 zum Kampftag orientierte sich an der nordamerikanischen Gewerkschaft »American Federation of Labor« (AFL), die 1888 beschlossen hatte, am 1. Mai 1890 eine landesweite Kampagne für den Acht-Stunden-Tag durchzuführen.