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Erste Berufsverbände

Wie in anderen Ländern entstanden auch in Deutschland verschiedene Berufsverbände, so im Jahr 1848 die der Buchdrucker und der Zigarrenmacher. Die Liberalen Max Hirsch und Franz Duncker gründeten 1868 mit den »Gewerkvereinen« ähnliche Einrichtungen. Deren Einfluss blieb allerdings gering, da sie sich darauf beschränkten, soziale Hilfseinrichtungen für die Arbeiterschaft anzubieten, dabei aber so gut wie keine Streiks organisierten. Im selben Jahr entstanden auch die sozialistischen Gewerkschaften: Neben den »Arbeiterschaftsverbänden« um Ferdinand Lassalle formierten sich die »Gewerkgenossenschaften« der »Eisenacher«, aus denen dann die »Freien Gewerkschaften« hervorgingen. Gleichzeitig kam die Arbeiterbewegung auch international bei ihrer Organisierung voran, was mit der starken Veränderung zusammenhing, die das Arbeitsleben ab der Mitte des vorigen Jahrhunderts erfasst hatte. In den meisten Ländern Europas und Amerikas war der Anteil der Arbeiterschaft an der Zahl der Beschäftigten stark gestiegen. Der Industrialisierungsprozess schritt voran und bewirkte einen wachsenden wirtschaftlichen Konzentrationsprozess, der zu immer größeren Betrieben führte. Das brachte den Vorteil mit sich, dass die Arbeiterschaft bessere Voraussetzungen bekam, um sich zu organisieren und zu solidarisieren. Zunehmend bildeten sich selbstständige nationale Organisationen und Parteien der Arbeiter, und der Zusammenschluss auf internationaler Ebene wurde ein wichtiges Ziel.