Eugen Ochs
(* 4. April 1905 in Stuttgart; † 17. November 1990 in Ludwigsburg) war ein kommunistischer Politiker und Gewerkschafter. Eugen Ochs wuchs in einer Stuttgarter Arbeiterfamilie auf. 1920 begann Eugen Ochs bei Daimler in Untertürkheim eine vierjährige Lehre zum Maschinenschlosser. 1921 trat Eugen Ochs dem DMV (Deutschen Metallerverband) bei und engagierte sich als ehrenamtlicher Gewerkschaftsfunktionär.Er war dabei als die Daimler-Arbeiter 1920 einen Streik gegen den (neuen) direkten Lohnsteuerabzug organisierten, der zu harten Auseinandersetzungen führte: Einsatz von Militär und Schließung des Werks.
Die Erfahrungen des 1. Weltkrieges prägten Eugen Ochs nachhaltig und weckten sein politisches Interesse, so dass er sich 1920 der Kommunistischen Jugend anschloss, später war er Mitglied der KPD. Auch hier zeigte sich sein kritischer Geist, den er sich sein Leben lang bewahrte. 1928 wurde Eugen Ochs, weil er sich für eine andere Politik der KPD aussprach, aus dieser ausgeschlossen. Nach seinem Parteiausschluss schloss er sich der KPDO (Kommunistische Partei Opposition) an.
Eugen Ochs gehörte zu den Menschen im Deutschen Reich, die von Anfang an Hitler als eine große Gefahr für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte erkannten und die Verantwortung für die Machtübernahme Hitlers nicht nur in der Politik suchten.Nach 1933 schloss er sich der Widerstandsbewegung an und half maßgeblich an deren Aufbau in Stuttgart mit. Dazu war es vor allem wichtig die vorhandenen Informationen aus den Betrieben über die Politik der Nazis zu sammeln und auszuwerten. 1934 wurde er verhaftet und in einem Prozess zu vier Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Nach dem Zuchthaus folgte die Internierung in den KZ Welzheim, Dachau und Buchenwald. Er gehörte zur Gruppe, die Widerstand im KZ Buchenwald leistete.
Nachdem Eugen Ochs das KZ Buchenwald überlebt hatte, begann er sofort am Wiederaufbau der Metallarbeitergewerkschaft in Stuttgart mitzuarbeiten. 1955 wurde er in Ludwigsburg 1. Bevollmächtigter der IG Metall. 10 Jahre gewalttätige Hirnwäsche durch die Nationalsozialisten brachten den Kommunisten und Gewerkschaftler nicht von seinen Prinzipien ab. Von Stuttgart ging er nach Ludwigsburg und baute dort die Ortsverwaltung der IG Metall auf. 1970 ging er in Rente. Er schrieb seine Erinnerungen in seinem Buch Ein Arbeiter im Widerstand nieder.