IG Metall Ludwigsburg
Schwieberdinger Strasse 71
D-71636 Ludwigsburg

Telefon: +49 (7141) 4446-11
Telefax: +49 (7141) 4446-20
ludwigsburg(at)igmetall.de

Online beitreten

Willi Bleicher

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -(* 27.Oktober 1907 in Stuttgart-Cannstatt; † 23. Juni 1981 in Stuttgart) war ein deutscher Gewerkschafter. Bleicher lernte den Bäckerberuf und trat früh der Gewerkschaft bei und war von 1926 bis 1927 Jugendleiter des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV) in Stuttgart.

Willi Bleicher gehörte wie Oskar Schindler zu den ersten Deutschen, die in Israel wegen ihres Widerstandes gegen die Nazis als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt wurden. Willi Bleicher, wie auch Eugen Ochs, waren Widerstandskämpfer der ersten Stunden. Viele von ihnen zahlten dafür mit dem Leben oder wurden inhaftiert und gefoltert. Willi Bleicher und Eugen Ochs haben das KZ in Buchenwald überlebt. Kurz nach Kriegsende beteiligte sich Willi Bleicher am Aufbau der Gewerkschaften in Stuttgart. 1959 übernahm er als Bezirksleiter die Führung der IG Metall in Baden-Württemberg. Er wurde bei den Tarifverhandlungen in den 60er Jahren der Gegenspieler des einstigen SS-Offiziers und Arbeitgeber- Verhandlungsführer Hans-Martin Schleyer. Er galt als markanter Redner, der die Interessen der Arbeiter über alles andere stellte. 1972 setzte er sich zur Ruhe.

1977 erhielt er zusammen mit Dr. Helmut Simon die Carl-von-Ossietzky-Medaille. Sie wird jährlich an Personen oder Gruppen verliehen, die sich besonders verdient gemacht haben für die Verteidigung der Menschenrechte. Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart verlieh Bleicher 1979 ihre höchste Auszeichnung: die Bürgermedaille. Stuttgarts früherer Oberbürgermeister Manfred Rommel hatte damals unter großem Beifall gesagt: „In Willi Bleicher verbindet sich das Charisma des Arbeiterführers mit der Vernunft des Sachkundigen und der Menschlichkeit dessen, der mehr Unmenschlichkeit ertragen musste, als andere“.

 

→ zurück
→ weitere wichtige Personen